Nr. 41/2019 vom 10.10.2019

Zum Schweigen gebracht

Von Stephan Pörtner

Nach Jahren der Abstinenz von der Teilnahme an politischen Diskussionen musste Wimmersfeld entsetzt feststellen, dass sich diese in der Zwischenzeit noch weiter von einem fruchtbaren Meinungsaustausch entfernt hatten und zum reinen Rezitieren von Parolen verkommen waren. Es war klar, dass niemand auch nur ein Jota von der gefassten Meinung abweichen würde. Insbesondere die sich auf Rationalität und Effizienz berufenden Männer, die geflissentlich 97 Prozent der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einem aktuellen Thema ignorierten, nur weil sie sich nicht vorstellen konnten, ihren knapp über dem Durchschnitt liegenden Status mit etwas anderem als Hubraum und PS herauszustreichen, brachten ihn dazu, ein Schweigegelübde abzulegen.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi «Pöschwies» im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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